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veröffentlicht am 08.06.2016

70 Jahre Landessportbund Hessen: "Zeit , um über die Lage des Sports nachzudenken"

70 Jahre Landessportbund Hessen: "Zeit , um über die Lage des Sports nachzudenken"
Am Freitagabend feiert der Landessportbund Hessen (lsb h) mit einem Festakt sein 70-jähriges Bestehen. „Ein Grund zum Feiern, aber auch ein Grund, um innezuhalten und über die Lage des Sports in Hessen, in Deutschland und der Welt nachzudenken“, findet Dr. Rolf Müller, Präsident des lsb h.
Einerseits zeige sich heute mehr denn je, wie groß die integrative und verbindende Kraft des organisierten Sports sei. „Im Hinblick auf den Flüchtlingsstrom, aber auch im Bereich der Inklusion schafft es der Sport, Grenzen zu überwinden. Menschen jeder Herkunft, mit körperlicher Einschränkung oder ohne, finden bei der gemeinsamen Bewegung zusammen“, sagt Müller. Das sei auch den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken, die sich in den vergangenen 70 Jahren für den hessischen Sport eingesetzt hätten.
Andererseits, mahnt der lsb h-Präsident, drifte der Sport immer weiter auseinander: „Nicht nur im Fußball, aber vor allem dort, erleben wir eine Spaltung in Amateur- und Profibereich.“ Getrieben von der Gier nach Geld und Macht verliere der kommerzielle Sport oft seine Wurzeln aus den Augen. „Der Sport steht heute wie vor 70 Jahren für Fairness, Gleichbehandlung und die Einhaltung von Regeln“, ruft Müller in Erinnerung. „Das dürfen wir uns nicht von einigen Sportmanagern und Großinvestoren kaputt machen lassen.“ 
Wenn man nicht bald englische Verhältnisse haben wolle – dort gehören viele Premier League-Vereine privaten, superreichen Investoren aus dem Ausland –, müsse man gegensteuern. „Wir brauchen deshalb eine Wertediskussion und eine starke Institution, die sich für die Einhaltung dieser Werte einsetzt“, sagt Müller in Richtung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).  
Wenn nicht nur die Weltverbände für Fußball (FIFA) und Leichtathletik (IAAF) oder der Deutsche Fußball-Bund mit seiner Sommermärchen-Affäre in die Schlagzeilen gerieten, sondern auch profilierte hessische Vereine wie der Offenbacher FC oder der 1. FC Eschborn Insolvenz anmelden müssen, verliere der Sport immer mehr an Glaubwürdigkeit. „Als Landessportbund Hessen wollen wir hier im Kleinen gegensteuern: mit einer Diskussion über Moral und Ethik im Sport, mit Good Governance innerhalb unserer Institution. Denn wir glauben noch immer daran, dass es etwas gibt, dass die vielen Interessen von Einzelnen zu einem ,Wir‘ macht: der Sport.“

 
 
 
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